Einzelkind - Segen oder Fluch? Einzelkind - Segen oder Fluch, so kann man dies nicht sehen. Ob mit oder ohne Geschwister aufzuwachsen, prägt nur in gewisser Maße die Kindheit, aber nicht automatisch das ganze Leben. Denn verallgemeinerbare Charaktereigenschaften von Einzelkindern gibt es nicht. Zudem ist das Leben ein Prozess, der die Persönlichkeit verändert bis in das hohe Alter. Mittlerweile entscheidet sich in Deutschland jedes dritte Paar für nur ein Kind. „Einzelkinder können nicht teilen, sind egoistisch und verwöhnt, sozial inkompetent - so die klassischen Klischees, die oft verletzend und vor allem durch Vorurteile geprägt sind. Inwiefern diese widerlegt oder bestätigt werden, hängt gerade bei Einzelkindern stark von den Eltern ab. Je nachdem, ob und wie das soziale Umfeld des Einzelkindes stetig erweitert wird, werden soziale Kompetenzen gefördert oder verkümmern. Sicher ist, dass Einzelkindern häufiger geistige und körperliche Förderungen zu Gute kommen als in Geschwister-Familien es oft möglich ist. Daraus resultieren bessere schulische Leistungen und ein höheres Bildungsniveau. Doch was das Kind später damit anfangen kann, hängt hauptsächlich von der sozialen Bildung und der Fähigkeit, sich in die Gemeinschaft einzufügen, ab. Lernen Einzelkinder sich mit einem sozialen Umfeld außerhalb der Familie auseinander zu setzen, sind die späteren Kompetenzen nicht weniger oder mehr ausgeprägt als bei Geschwisterkindern. Die große Gefahr für die gesunde Sozialentwicklung von Einzelkindern liegt eher in der Vereinnahmung und Abgrenzung durch die Eltern, die sich häufig bis weit ins Erwachsenenalter fortsetzt. Besonders Eltern von Einzelkindern müssen rechtzeitig lernen, loszulassen, um die Entwicklung und spätere „Lebensfähigkeit" in der Gesellschaft nicht zu gefährden. |