Das mittlere Kind

Kommt zum ersten und zweiten Kind das Dritte hinzu, dann wird das Jüngste plötzlich zum Mittleren. Teilen hat es bereits gelernt, und so wird der Nachwuchs meist mit weniger Argwohn betrachtet, als es vielleicht das ältere Geschwister bei der Ankunft des nun mittleren tat. Mittlere Kinder, auch als „Sandwich-Kinder" bezeichnet, leben ihr Leben oft unbekümmerter. Sie leben weniger in der Angst, nun die Liebe ihrer Eltern zu verlieren und lösen sich später leichter vom Elternhaus. Dennoch:

Das mittlere Kind hat innerhalb der Familie eine schwierige Position. Darum sind diese sehr oft voller Widersprüche und es fällt ihnen sehr schwer sich gegen die anderen Geschwister zu behaupten. Deshalb sind gerade Mittelkinder sehr gut Diplomaten, beherrschen die Kunst Kompromisse zu schließen, um zwischen den Geschwistern zu vermitteln. Daher haben Mittelkinder oftmals einen großen Freundeskreis, weil sie in ihrer Familie keinen rechten Platz gefunden haben.

Im Freundeskreis verliert sich der Unterschied zwischen den Rechten von älteren Geschwistern und den Vorteilen der jüngeren. Hier „erkämpft" und festigt das mittlere Kind seinen Platz in der Gesellschaft allein durch Fähigkeiten und Geschick. Während in der Familie das Mittlere fast immer etwas unscheinbar wirkt, nimmt es außerhalb dieser Ordnung häufig Führungspositionen ein.

Verstärkte Negativaspekte können jedoch in sozialer Inkompetenz enden.

Fühlt sich das mittlere Kind zu stark zurück gesetzt, unbeachtet und ungeliebt, kann es ebenso zur Verschlossenheit tendieren, wie zu starken Aggressionen. Während das eine Resignation bedeutet, ist das andere der absolute Willen zum Kampf um Anerkennung. Auch mittlere Kinder brauchen das Gefühl, innerhalb der Familie etwas „Besonderes" zu sein.